Hortus Cantus Apium – Das Lied der Bienen „Ruhrpottgesumm“
Das Lied der Bienen beginnt Ende März mit dem Summen der Mauerbienen und dem Brummen der ersten Hummelköniginnen, begleitet vom Gesang der Erdkröten, erreicht dann im Sommer, wenn die Blüte von Oregano, Lauch, Schwarznessel und Ziest zusammenfallen, seinen vielstimmigen Höhepunkt – dann untermalt vom tiefen Brummen der Hornissen und vom Konzert der Heuschrecken – und endet im Oktober mit dem Summen der letzten jungen Hummelköniginnen vor deren Winterruhe.
Kernkriterien sind
- kein Gift, kein Torf, kein synth. Dünger
außerdem gilt
- nichts verlässt den Garten, alles wird dem Kreislauf wieder zugeführt
- Ressourcensparen durch Regenwassernutzung, Mulchen, Kompostwirtschaft
- keine Lichtverschmutzung
- keine Tierfallen
- vorhandene Naturkreisläufe erkennen, verstehen und bewahren
- die Bereitschaft, immer dazu lernen zu wollen
Den Garten haben wir 1991 als „normalen“ Schrebergarten übernommen.
Er liegt mitten in Essen an einem Südhang, gehört zu einer Kleingartenanlage mit 26 Gärten und ist 300qm groß.
Über die Jahre entwickelte sich der Garten vom Bio- zum Naturgarten und Hortus „Ruhrpottgesumm“, es wurden – und werden – immer mehr Naturerlebnisse gepflanzt, denn Beobachten und Entdecken meiner tierischen Mitbewohner ist meine große Leidenschaft!
Zuerst wurden zwei kleine Teiche angelegt, die über einen Bachlauf verbunden sind. Jedes Jahr zur Laichzeit finden sich Erdkröten sowie Berg-, Teich- und Fadenmolche ein.
Im Sommer schwirren hier unterschiedliche Libellen, Köcher- und Eintagsfliegen, und der flache Uferbereich dient besonders Feldwespen und Hornissen als Tränke.

Es folgten die Hochbeete zur Selbstversorgung. Die Wege um die Hochbeete sind mit Jutesäcken belegt, die im Laufe des Sommers mit anfallendem Chop-and-Drop-Mulch bedeckt werden und sich nach und nach zersetzen.
Nisthilfen für Hummeln, Wildbienen, Igel und Vögel wurden bereitgestellt, dazu kamen später Hornissenkästen, Bilchkobel, Mauswieselhaus.
Eine große Fichte musste gefällt werden, ihre dicken Stammabschnitte wurden zum Holzstapel und zur Basis eines großen Käferkellers. Nach und nach kamen weitere Naturmodule dazu: Igelburg, Totholz in allen Variationen, Steinpyramide, Grassodenwall, sandige Zonen, wilde Ecken – manches entwickelte sich einfach beim Machen.
Die Laube ist mittlerweile selbst zur Nisthilfe geworden: begrünt mit Kletterhortensie, Efeu, Ramblerrose, heimischer Waldclematis und Wein und bestückt mit allerlei Nistkästen.
Auf dem Dach befindet sich die „Kinderstube“ (Aussaaten, Vorkulturen – schneckengeschützt!); das Dach ist teilbegrünt u.a. mit Sedumarten (auf alten Dachziegeln und in alter Regenrinne)
Unterm Vordach stehen regengeschützt große Tomatenkübel und Kartoffelpflanztaschen. Hier befinden sich auch verschiedenste Insektennisthilfen und der Hummelstand für bis zu 8 Völker.
Anfallender Hecken- und Obstbaumschnitt wird unter die Hecke geräumt, als Baumaterial verwendet oder kompostiert (hier finden sich des öfteren Blindschleichen).
Einer der Kompostbehälter dient als Lebensraum und wird im Sommer mit Kürbis und Zucchini bepflanzt
Und im Sommer ist der Name „Ruhrpottgesumm“ Programm!

Weitere Infos
In Arbeit: Kartierung des Gartens
In Planung: Nachtfaltermonitoring und Nistkastenverbund für Fledermäuse im Begleitgrün
- Mitglied NATUR im GARTEN NRW e.V.
- Mitglied NaturGarten e.V.
- Teilnahme Offene Gartenpforte: https://naturgarten.org/willkommen-in-den-wilden-gaerten/
- Stadtverband Essen der Kleingärtnervereine e.V.: Schaugarten (Projekt Naturkleingarten)
- Wettbewerbsbeitrag „Deutschland-summt 2023 1. Platz Kleingartenparzellen
- Ideenwettbewerb Kleingarten TGTA 2024 1. Platz zusammen mit zwei weiteren Gärten des KGV
- Goldprämierung TGTA 2024
Mit freundlicher Genehmigung von Sabine Weimann
