Ein ausgezeichneter Garten im Münsterland

Im Mai war Ute Bienengräber-Killmann zu Gast in einem Garten in Nordkirchen. Vor Ort machte sie sich ein Bild von den vielfältigen Naturelementen und der naturnahen Gestaltung des Gartens und zeichnete ihn am Ende ihres Besuches mit der „Natur im Garten“-Plakette aus.

Schon beim Betreten des Gartens wird man von einer Wildblumenwiese empfangen, die im Mai unter anderem mit vielen Blüten des Wiesensalbeis beeindruckt. In die Wiese ist eine kleine Senke integriert, in die das Regenwasser eines Daches zur Versickerung geleitet wird. So entstehen auf engem Raum unterschiedliche Standortbedingungen für eine Vielzahl verschiedener Pflanzenarten. Die Wiese wird abschnittsweise einmal jährlich von Hand gesenst, wobei stets einzelne Bereiche stehen bleiben und zahlreichen Insekten als Rückzugsort dienen.

Im hinteren Teil des Gartens befindet sich eine neu angelegte Blühfläche mit weiteren heimischen Pflanzenarten. Dazu gehören unter anderem ein kleines Magerbeet sowie offene Bodenstellen, die bodennistenden Insekten als Lebensraum dienen. Einige von ihnen nutzen dazu auch den festgestampften Boden im Weg am Gemüsegarten, welcher auf der Südseite des Gartens liegt. Die Gemüsebeete werden dort nach dem No-Dig-Prinzip bewirtschaftet, sind in Mischkultur bepflanzt und werden im Frühjahr dick mit Stroh gemulcht, um die Verdunstung gering zu halten. Die Versorgung mit Nährstoffen erfolgt über Kompostgaben; zudem wird in der Fruchtfolge auf einen ausgewogenen Wechsel zwischen Stark- und Schwachzehrern geachtet. Neben Tomaten wachsen hier Erdbeeren, Zwiebeln, Erbsen, Salate und Bohnen. Dazwischen bleibt stets Raum für Kornblumen, Mohn und andere Begleitkräuter.

In einem Beet mit heimischen Wildstauden wird komplett auf das Abräume von altem Pflanzenmaterial verzichtet, um Insekten und ihren Eiern eine Überwinterungsmöglichkeit zu geben. Nur wenn invasive Pflanzen auftauchen, werden diese gezielt entfernt. Ein ähnliches Vorgehen wird bei weiteren zum Teil Halbschattigen Beeten verfolgt.

Über den gesamten Garten verteilt finden sich mehrere Vogeltränken, ein kleines Wasserspiel, verschiedene Nisthilfen für Wildbienen sowie zahlreiche Nistkästen für unterschiedliche Vogelarten.

Neben vollsonnigen Bereichen bietet der Garten auch schattige und feuchtere Standorte, die mit heimischen Stauden und Totholzelementen ökologisch aufgewertet wurden. Zahlreiche Singvögel gehen ein und aus, darunter eine muntere Spatzenbande, aber auch Buntspechte, Kleiber, Kernbeißer, Heckenbraunellen und einige weitere Arten. So ist ein lebendiger Naturgarten entstanden, der gleichermaßen Lebensraum für Tiere und ein Ort zum Wohlfühlen für Menschen ist.

In der gesamten Gartenbewirtschaftung wird mit Blick auf die Zukunft darauf geachtet, möglichst wenig Wasser zu verbrauchen. Neben der Installation von Regentonnen wurden daher bei der Neupflanzung von mehreren Obstbäumen Sorten gewählt, die Trockenstress vertragen können und besonders tief wurzeln.

Gartenbesitzerin des ausgezeichneten Gartens (07/2026)

Helma Spona

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